Zahnpflege

Zahnpflege
Zahnsteinbildung ist der häufigste Grund für einen Tierarztbesuch. Katzen haben mit bis zu 20 Jahren und mehr eine hohe Lebenserwartung. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Zahnsteinbildung und die damit verbundenen Folgen.

Ein gesundes Gebiss ist für jede Katze eine entscheidende Voraussetzung für hohe Lebensqualität. Mit ihren Zähnen zerkleinert die Katze ihre Nahrung. Mit den Schneidezähnen reinigt sie ihr Fell. Man nennt sie deshalb auch „Kammzähne“. Die Backenzähne arbeiten wie eine kräftige Schere, sie können Brocken von der Nahrung abtrennen, aber nicht kauen.

Die Zusammensetzung des Speichels spielt eine wesentliche Rolle bei der Zahnhygiene.

Die Zahnentwicklung bei der Katze
Neugeborene Katzen sind zahnlos. Ab dem Alter von 3 Wochen brechen die Milchzähne durch, die ab etwa drei Monaten durch das bleibende Gebiss ersetzt werden. Der Zahnwechsel erfolgt bei der Katze in der Regel problemlos. In einigen Fällen bleibt jedoch ein Milchzahn stehen. Dieser muss unbedingt vom Tierarzt entfernt werden, da es sonst zu Zahneng- und Fehlstel-
lungen kommen kann. Bereits bei Katzenwelpen bilden sich innerhalb weniger Stunden aus dem Speichel und den aufgenommenen Bakterien ein Film auf allen Zähnen. Mit der Nahrung aufgenommene Keime und Bakterien können zusammen mit dem Speichel in nur wenigen Wochen zu Zahnbelag führen - meist zuerst an den Backenzähnen.

Katze mit Zahnstein  Der Belag ist fest haftend und gelblich. Der Zahnbelag reagiert mit dem    in der Maulhöhle befindlichen Kalzium: Es bildet sich Zahnstein.               Zahnstein ist eine feste, harte, widerstandsfähige, organisierte                 Struktur, die eine Kruste auf den Zähnen bildet. Zahnstein begünstigt       Zahnstein entzündungen, die, wenn sie nicht erkannt und behandelt         werden, zu einer Rückbildung des Zahnfleischs und damit zu                    freiliegenden Zahnhälsen führt.

  In der Folge kommt es bei Katzen häufig zu so genannten „neck              lesions“, eine für die Katze sehr schmerzhafte Erkrankung, bei der es       sich um Zerstörung von Dentin, Zahnschmelz und Zement handelt.

 

Zahnreinigung
Die effektivste Methode die Zähne der Katzen sauber zu halten, ist Zähneputzen. Die Tiere lassen sich dies nach einigem Training meist gern gefallen. Zahnbelag lässt sich am besten mechanisch entfernen.
Die Bürste wird in einem Winkel von etwa 45° angesetzt und mit kreisenden Bewegungen die Zähne geputzt. Eine Zahnreinigung nur mit Zahnbürste und Wasser ist möglich. Wenn eine Zahnpaste verwendet wird, sollte es sich um eine spezielle Paste für Tiere handeln.

Zahnpasten für Menschen enthalten Fluoride, die für die Katze, die ja nicht spült, sondern die Zahnpaste abschluckt, auf Dauer schädlich sein können.

Wie putze ich meiner Katze die Zähne?
Beginnen Sie, in dem Sie ihren Finger auf die Zähne Ihrer Katze legen. Geben Sie sofort danach eine Nahrungskrokette als Belohnung. Verlängern Sie langsam die Zeitspanne, indem Sie den Finger im Maul Ihres Tieres lassen und beginnen Sie mit langsam rotierenden Bewegungen. Wenn sich Ihr Tier dies gefallen lässt, ersetzen Sie den Finger durch eine Zahnbürste und belohnen zunächst einmal wieder lediglich das Dulden der Zahnbürste. Später belohnen Sie die immer länger werdenden Zeitspannen. Das Verwenden einer Zahnpaste für Katzen kann hier unterstützend wirken, da sie den Tieren sehr gut schmeckt. Drücken Sie die Zahnpaste tief in die Borste der Zahnbürste, damit die Tiere die Paste nicht einfach abschlecken. Beginnen Sie das Zähneputzen am besten an den Backenzähnen. Dies wird von Katzen in der Regel besser geduldet als das Putzen der Schneidezähne.

Unterstützung der Zahnreinigung über die Ernährung
Das Verfüttern einer Trockennahrung führt dazu, dass weniger Nahrungsreste in den Zahnzwischenräumen haften bleiben. Eine deutliche geringere Entstehung von Zahnbelag ist festzustellen.

Die Trockennahrung kann auch den mechanischen Abrieb auf den Zähnen unterstützen, wenn die Kroketten durch ihre Grösse und Textur ein Zerbeissen der Nahrung fördern und sicher gestellt ist, dass die Zähne tief in die Krokette eindringen. Das Zerbeissen der Nahrung fördert auch die Speichelbildung und somit ein „Spülen“ der Zähne.
Von diversen Herstellern gibt es bereits spezielle Kroketten, welche der Zahnsteinbildung entgegenwirken. Fragen Sie Ihren Tierarzt oder im Fachgeschäft danach.

Bei einer bereits betroffenen Katze sollte zunächst vom Tierarzt mit einem Ultraschallgerät in Vollnarkose der Zahnstein entfernt und anschliessend die Zähne poliert werden. back

© by Nicole Erni, Zürich, 2012