Verliebt

Nicht nur Menschen entwickeln Frühlingsgefühle, auch bei Katzen setzt ab März die Paarungszeit ein. Und die ist meistens unüberhörbar: Verliebte Kater maunzen lautstark in langgezogenen Tönen, die oft an Babygeschrei erinnern. Wenn Sie Pech haben beziehungsweise eine rollige Katze, kann das die ganze Nacht dauern...

Bei Katzen bezeichnet man die Paarungsbereitschaft als Rolligkeit, weil sie sich dann oft auf dem Boden um die eigene Achse rollen; dabei miauen sie in einer eher tiefen Stimmlage. Ein anderes typisches Verhalten ist das Treten mit den Hinterbeinen bei erhobenem Hinterteil und seitlich abgeknicktem Schwanz. Im Alter zwischen vier und neun Monaten kann eine Katze das erste Mal rollig werden, dieser Zustand dauert ca. eine Wochen und wiederholt sich öfters im Jahr. Wenn Sie keinen Katzennachwuchs möchten, sollte die Katze vorher kastriert werden.

Kleine Kater werden bereits mit dem vierten Monat geschlechtsreif, richtig los geht es aber erst ab dem achten Monat. Dann werden sie unruhig, sind nur schwer im Haus zu halten und hinterlassen gerne ihre Duftmarken - ein Gemisch aus Urin und Duftstoffen, das für die menschliche Nase eher unangenehm riecht. Darauf können Kater jedoch keine Rücksicht nehmen: Sie markieren damit ihr Revier und machen Rivalen unmissverständlich klar, dass sie hier das Sagen haben. Auch bei Weibchen zeigt sich ab und zu diese Eigenschaft.

Was nicht ganz stimmt: In Liebesdingen herrscht bei Katzen Damenwahl. Es kann passieren, dass sich zwei Kater um eine Katze prügeln und die Holde dann mit dem Verlierer abzieht. Der kann sich dann gleich auf neue Hiebe freuen, denn das Paarungs-
verhalten von Katzen folgt einem komplizierten Ritual. Die Katze wehrt ihren Auserwählten erstmal immer wieder ab. Katzen und natürlich auch Kater sind nämlich Einzelgänger, die sich erst daran gewöhnen müssen, den Liebespartner so nah an sich heran kommen zu lassen.

Nach einigen kräftigen Balgereien kommt es dann zur Paarung, die ebenfalls lautstark vor sich geht. Dies wiederholt sich mehrere Male, wobei die Katze immer wieder fauchend auf ihren Liebhaber los geht, ihm einige Hiebe verpasst. Bis sie genug hat und das Ganze beendet. back

© by Nicole Erni, Zürich, 2012